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Samstag, 9. Juli 2011

Twin1 ISR - Intervall Shutter Release - (für Canon)

Den Seculine Twin1 ISR habe ich bei enjoyyourcamera.com bestellt. Die Leistungsbeschreibung war vielversprechend und neben den Produktdetails prangt ein Foto-Video-Digital Label von 09/2009 mit dem "Testergebnis" sehr gut. Für meine ersten Versuche mit Time-Lapse und meine virtuellen Panoramen musste ein Kabelauslöser mit Timer Funktionen her. Ich habe nun einige Male mit dem Auslöser fotografiert und fasse hier meine Eindrücke und Erfahrungen zusammenfassen.


Twin1 ISR Test Fotograf Lüneburg
Tape it!


Batteriefach Twin1 ISR Fotograf Lüneburg
Beleuchtetes Display



Die Daten:
- Starttimer von 1s bis 99h 59min 59s
- Intervall von 1s bis 99h 59min 59s
- Bildanzahl 1-9999 oder unbegrenzt (Einstellung auf 0)
- Belichtungsdauer von 1s bis 99h 59min 59s
- zuschaltbare Displaybeleuchtung (praktisch)
- Kontrollsound (ebenfalls schaltbar)
- automatische Abschaltung (nicht praktisch, siehe Text)
- Stromversorgung über CR2032 Knopfzelle
- Lieferumfang inklusive zweier Anschlußkabel für verschiedene Canon Kameras
Die schlechten Nachrichten: Das Gütesiegel der  Foto-Video-Digital kann man getrost ignorieren. Einige Details sind leider schlecht gelöst. Besonders billig wirkt das Batteriefach.

Batteriefach Twin1 ISR Fotograf Lüneburg
Beim Öffnen springt einem die Batterie gelegentlich schon entgegen.

Twin1 ISR - Intervall Shutter Release Fotograf Lüneburg
Lustige Drahtbügel anstelle eines richtigen Batteriehalters

Der Joystick zur Eingabe der Parameter ragt etwas über das Gehäuse hinaus. Er läßt sich gut bedienen, ist aber wackelig und erweckt wenig Hoffnung auf eine lange Lebensdauer im professionellen Einsatz. Die leicht hervorstehenden Bedienelemente sorgen für ein echtes Problem. Das Gerät schaltet sich im Normalfall bei Nichtgebrauch selbständig ab, wird jedoch bei Druck auf einen der Knöpfe sofort wieder aktiviert. Das passiert bei mir ständig während der Aufbewahrung in Kameratasche/Koffer. Berührt oder bewegt man den Twin1 ISR ist er meistens schon ungewollt eingeschaltet. Ein vollständiges Abschalten mittels Hauptschalter, wäre die Lösung. Hier wurde wieder sinnvolle Hardware von ein paar Zeilen Code in der Firmware ersetzt. Meine Vermutung einer geringen Batterielebensdauer bestätigte sich auch. Nach etwa einem halben Jahr, in dem der Intervall Timer überwiegend nicht benutzt wurde, war die Knopfzelle leer. Da ich den Timer als Fotograf vorrangig beruflich einsetzen möchte, ist das nicht akzeptabel. Das zweite  wesentliche Problem beim Twin1 ISR macht die Steckverbindung zum Kabel. Der Stecker des Auslösekabels sitzt so locker, dass ich bei normalen Handgriffen an der Kamera schon mehrfach unbeabsichtigt den Auslöser verloren habe.  Das ist nicht nur ärgerlich, sondern gefährlich für das Material, da man leicht bei der Arbeit am Stativ auf den heruntergefallenen Auslöser treten kann. Vor einem Ausflug in etwa 30 Meter Höhe, habe ich deshalb den Stecker mit besonders dekorativem Klebeband am Fernauslöser befestigt (s. Foto). Diese Lösung hält jetzt schon erstaunlich lange, sieht aber sehr blöd aus. Bei Gelegenheit werde ich hier eine dauerhafte Lösung suchen. Ein Wechsel zwischen Kameras mit verschiedenen Anschlüssen wird mit der Klebebandmethode auch nicht einfacher. In der Praxis muss also etwas Besseres her.
Die guten Nachrichten: Der Twin1 ISR macht seine Arbeit zuverlässig. Die Programmierung funktioniert nach einer kurzen Lernphase schnell und unkompliziert. Der Funktionsumfang erlaubt alle gängigen Anwendungen. Zeitverzögerte Einzelaufnahmen oder stundenlange Intervallaufnahmen sind einfach machbar. Benutzt man die Kamera im Bulb-Modus, kann der externe Belichtungstimer besonders lange Zeiten jenseits der üblichen 30 Sekunden steuern. Bei einem Ausfall der Batterie funktioniert er immer noch als einfacher externer Kabelauslöser. Das ist wirklich sinnvoll, genau wie die schon erwähnten unterschiedlichen Anschlusskabel. Mit ein paar 2,5mm Stereoverbindern und Lötwekzeug kann man sich günstig individuelle Verlängerungskabel herstellen. Standard Steckverbinder am Gerät machen es möglich.
Wunschliste:
- Hauptschalter für bessere Batterielebensdauer
- verriegelbare Steckverbindungen
- robuste Schalter und Taster
Fazit:
Von mir bekommt der Twin1 ISR Intervall Shutter Release (wie klangvoll:-) ein "Gut". Seine wesentlichen Aufgaben erfüllt er. Trotz der vielen Funktionen ist die Bedienung einfach. Der Lieferumfang ist in Ordnung und der Preis (im Moment etwas über 50€) ist angemessen. Ich glaube das Ding wird demnächst mal aufgeschraubt und leicht modifiziert...

Kommentare:

/MuchMore/ hat gesagt…

Ist es mit diesem Timer möglich eine HDR Zeitraffer Sequenz zu erstellen? Also eine Anzahl von Bildern (z.b.: 3) hintereinander, dann z.b.: 3Minuten waren dann wieder 3 bilder, und so weiter??

glj hat gesagt…

Hallo /MuchMore/,
grundsätzlich ist die Antwort Nein. Der Timer selbst kann nur mit regelmäßigen Abständen programmiert werden. Sollen die drei Bilder in direkter Folge als Belichtungsreihe fotografiert werden, so dass daraus ein HDR-Frame im fertigen Movie wird?
Je nach Kameramodell kannst Du mit dem eingebauten Selbstauslöser der Kamera fotografieren. Bei meinen Canons geht es, wenn in der Kamera die Belichtungsreihe aktiviert ist und der Drive Modus auf Selbstauslöser eingestellt ist. Der Twin1 ISR wird dann auf die gewünschten drei Minuten programmiert. Nach drei Minuten wird der kamerainterne Timer gestartet und löst automatisch drei Fotos der Belichtungsreihe aus.
Für andere Kameras oder wenn der Vorlauf von 10s nicht praktisch ist, könnte ich mir einen kleinen externen Zusatztrigger vorstellen, der pro Eingangsimpuls vom Twin1 ISR drei Fotos auslöst. Das grundsäzliche Problem dabei sind die unterschiedlichen Belichtungszeiten. Man kennt ja bei Automatikprogrammen nicht den zeitlichen Abstand bis die Kamera wieder aufnahmebereit ist. Ein ATtiny13 Microcontroller könnte dafür eingesetzt werden.(Aufwand...?)
Viel Erfolg mit Deinen HDR Fotos!

/MuchMore/ hat gesagt…

Danke für die Antwort, ich werde diesen 'drive modus' mal suchen. Aber ich glaube das meine 40D zu alt dafür ist. Jedoch verfügt sie über eine bracketing Funktion, also um die Belichtungszeiten mach ich mir keine Sorgen.
Heute ist der twin bei mir selber eingetroffen.
Das mit den 2 Timern hintereinander hab ich mir schon überlegt und auch schon geplant. Ich werde (nicht jetzt) einen 2 twin mir zulegen den auseinanderbauen ein 3,5mm klinkeneingang im Gehäuse befestigen und den mit dem start/stop-Knopf verbinden dann kann ich den ersten in den 2 stecken und so meine gewünschten Intervalle erhalten...
Aber vielleicht warte ich einfach auf die neue 5D Mark III... die sollte ja dann diesen 'drive Modus' haben.

glj hat gesagt…

Die 40D kann das ohne zusätzlichen Timer. Sie hat zwei Selbstauslöser mit 10s und 2s Vorlaufzeit. Wenn Du die Belichtungsreihe im Menü aktiviert hast, macht sie nach Ablauf der eingestellten Vorlaufzeit alle drei Fotos nacheinander. Dein Prinzip mit zwei nacheinander geschalteten Twin1 ISR dürfte funktionieren. Es ist aber nicht komfortabel und wird schnell unübersichtlich. Du musst am Ende zwei baugleiche Geräte unterschiedlich programmieren. Das stelle ich mir nicht praxistauglich vor.